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Aftershocks

Fast 5 Monate ist es nun schon her, dass am 11. März vor der Küste Nordostjapans das große Beben stattfand, mit verheerenden Folgen durch Beben, Tsunami, aber auch dem beschädigtem Atomkraftwerk in Fukushima.
Mittlerweile ist Japan hier nicht mehr in aller Munde, aber die Aufbauarbeiten gehen immer noch voran, die Lage um die Kraftwerke in Fukushima ist weiterhin heikel, und in den japanischen Nachrichten sehe ich immer wieder Meldungen zu Nahrungsmitteln aus den betroffenen Gebieten, in denen höhere Dosen von Radioaktivität gemessen wurden.

In Japan gab es schon immer viele kleine Beben, so dass ein bisschen Schaukeln im Monat normal war. Seit dem großen Beben finden aber täglich Beben statt, in letzter Zeit auch weniger geworden, aber immer noch täglich, und alle paar Tage auch mal ein etwas größeres, mit Magnitude 5~6.
Über Twitter lese ich immer wieder, wie die Leute auf diese reagieren. Für viele scheint es auch schon ein Teil Normalität geworden zu sein, dennoch finde ich es beunruhigend, auch, wenn meine Mutter mir dann berichtet, dass zwischen den ganzen Beben nun auch vermehrt welche sind, die nicht zu den Nachbeben des am 11. März Stattgefundenen gezählt werden, und gerüchteweise wohl auch irgendwann ein starkes Erdbeben in Tokyo erwartet wird.

Direkt nach dem Beben im März, als in Zentraljapan zum Großteil die Telefon- und Funknetze ausfielen, wurde zum Internet gegriffen, Menschen vor Ort haben über Twitter und Facebook berichtet, Bilder gezeigt, Menschen wurden kontaktiert, gefragt, ob es ihnen gut gehe, über Twitter, Blogs, Foren wurde diskutiert, Medien kritisiert, kurzum, eine Informationsflut, wie ich sie bisher nicht wahrgenommen hatte.

Es gab nun Leute, die diese Informationen aufgegriffen, zusammengefasst und weiter veröffentlich haben. Aufgefallen unter diesen Projekten ist das Quakebook, welches Ourmaninabiko aufgestellt hat. In diesem hat er viele Berichte von größtenteils in Japan lebenden Nichtjapanern zum Zeitpunkt des Bebens gesammelt und in Bücherform veröffentlicht.

2:46: Aftershocks: Stories from the Japan Earthquake

Dieses wurde recht früh als E-Book für das Kindle auf Amazon veröffentlicht, wobei die gesamten Einnahmen direkt an das Japanische Rote Kreuz weitergeleitet wurden.
Nun ist es auch endlich in gedruckter Fassung erhältlich, entweder über Amazon, oder auch bei jedem Buchhändler bestellbar.

Falls man also ein paar Euro übrig hat, ich finde, dieses Buch ist lesenswert und in nun gedruckter Form für viele wohl auch praktischer als auf dem Monitor zu lesen.
Einzig ist es für den Japanunkundigen vielleicht zu empfehlen, auf einer Karte nachzuschlagen, von wo aus der jeweilige Bericht geschrieben wurde, denn es sind zum Teil nur die Gebiete angegeben.